Zielrichtungen der Arbeitskreise
Fachkompetenz, Selbst- und Sozialkompetenz. In mehr als drei Jahrzehnten Zusammenarbeit haben die Arbeitskreise Lehrlingsausbildung der V.E.M. ein ganzheitliches Modell geschaffen.
Fachkompetenz, Selbst- und Sozialkompetenz. In mehr als drei Jahrzehnten Zusammenarbeit haben die Arbeitskreise Lehrlingsausbildung der V.E.M. ein ganzheitliches Modell geschaffen.
Anfang der 70er Jahre gründeten Ausbildungsleiter führender Industrieunternehmen gemeinsam mit Lehrpersonen der Berufsschulen den ersten "Arbeitskreis für Lehrlingsausbildung". Die Ziele waren zu Beginn eng gesteckt: zeitgemäße Berufsbilder und zukunftsorientierte Lehrpläne sollten die Lehrlingsausbildung reformieren.
Aus einem Arbeitskreis wurden sehr bald drei: Arbeitskreis Lehrlingsausbildung, Arbeitskreis Elektro und Arbeitskreis Metall. Diese drei existieren heute noch. Ihre Inhalte sind unter den Vorzeichen eines sich beschleunigenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandels aktueller denn je.
Die großen Fragen, Themen und Probleme, die sich in einer drei- bis vierjährigen Ausbildungszeit stellen, sind die gleichen wie in den Schulen. Der Rahmen ist allerdings ein anderer. Anders, als noch im "geschützten" Raum der Schule steht der Jugendliche täglich in einer Erwachsenenwelt, die sich ihm in der Arbeitswelt mit den eigenen Regeln zeigt.
Wie kann sich der Jugendliche in dieser Welt zurechtfinden? Wie kann er mit sich selbst und seiner Entwicklung zurechtkommen? Wie kann er Vertrauen in sich und die Menschen um ihn herum entwickeln, sich gleichzeitig abgrenzen, als Individuum und wertvoller Teil eines wertvollen Ganzen erfahren? Das alles in der kurzen Zeit, in der Jugendliche komplexe fachliche Inhalte lernen müssen.
Antworten darauf finden sich im Ausbildungsumfeld, dem Ausbildungsprozess und die Rolle des Ausbilders. Die Lehrwerkstätten in den Unternehmen der V.E.M. bilden das Umfeld. Es ist die "Schule" im Unternehmen. Sie bietet den Jugendlichen Sicherheit durch überschaubare Regeln und persönliche Beziehungen. Während des Ausbildungsprozesses treten die Lehrlinge Schritt für Schritt aus diesem sicheren Umfeld und Beziehungsrahmen heraus in die Arbeitswelt. In dieser Zeit brauchen sie Führung und darin liegt die eigentliche Aufgabe des Ausbilders. Seine Rolle ist die eines Coaches, dem der Jugendliche unbedingt vertrauen können muss. Er kennt den Weg zum Gipfel, er kennt die möglichen Gefahren, er weiß, was er seinem Begleiter, der sich auf ihn verlässt zumuten kann und was nicht. Er führt, gehen muss der Lehrling allerdings selbst.
Um diese Rolle selbst einnehmen zu können, brauchen Ausbilder selbst umfangreiche Fähigkeiten - weit über das fachliche Wissen ihres Berufes hinaus. Sie müssen als Persönlichkeiten geeignet sein, Jugendliche zu führen und zu coachen.
Um diese Fähigkeiten zu lernen, die eigene Persönlichkeit weiter entwickeln, besuchen sie gemeinsam mit Berufsschullehrpersonen den zweijährigen Lehrgang "Train the Trainer" im WIFI, die meisten Ausbilder absolvieren zusätzlich die Akademie für Ausbilder.
Um die Qualität der Ausbildung zu fördern, werden aus diesem Fonds Unterstützungsprämien an die ausbildenden Unternehmen bezahlt - entsprechend der Leistung der Schützlinge im jährlich stattfindenden Lehrlingsleistungswettbewerb. Ein anderer Teil der Mittel wird für Berufswahlinformationen und die Unterstützung von Ausbilderschulungen eingesetzt. Auch Sprachkurse für Lehrlinge und Ausbilder werden mit diesen Fondsmitteln unterstützt.